gegründet 1.4.2001
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Leidartikel

Outsourcing immer beliebter!

Sie kennen doch die Werbung: „Ihre Postpakete bringt jetzt DHL“. Die Post hat ihren Paketdienst „out gesourcst“. Dabei weiß man dort noch nicht einmal, wie man dieses Monster richtig schreiben soll. Doch das ist erst der Anfang. Unserem Wirtschaftskorrespondenten Pål Väckselgäldt wurden geheime Dokumente zugespielt, aus denen die weiteren Pläne von Post, Bahn und anderen hervorgehen. So soll das Briefgeschäft in Zukunft durch einen Billig-Supermarkt abgewickelt werden. Ob der Zuschlag an Lidl oder Aldi geht, ist noch unklar. Aber wenn die Pläne umgesetzt werden, dann können Sie Ihre Post demnächst beim Einkaufen einliefern. Allerdings müssen Sie Ihre Post dann auch dort abholen.

Die Post verspricht sich hiervon offensichtlich Einsparungen in Milliardenhöhe. Der Briefmarkenverkauf soll im gleichen Zug von fliegenden Händlern an der Haustür übernommen werden. Offiziell war der Post natürlich kein Statement zu entlocken. Ganz im Gegenteil. Unser Korrespon­dent wurde unflätig beschimpft und hinausgeworfen.

Brandheiße Informationen erhielt unser Informant aber auch von der Deutschen Bahn. Auch hier möchte man outsourcen, um für den Börsengang fit zu werden. Und so plant man offensichtlich, die Fahrgastbeförderung in fremde Hände zu geben. Wie man hört, ist hierfür ein Busunternehmer aus Bethen bei Cloppenburg im Gespräch, der allerdings auch auf das Transportmittel Bahnwaggon komplett verzichten möchte und stattdessen voll auf das innovative Konzept Move-YOA setzt.

Dieser Begriff steht für ein ökologisch wie ökonomisch durchdachtes Konzept aus Neuseeland und bedeutet: Move your own Ass. Für die Bahnkunden bedeutet es nur eine minimale Änderung.

Sie kau­fen wie bisher ihre Fahrkarte beim Bäcker, wohin der Fahrkartenverkauf demnächst ausgegliedert wird und setzen sich dann zum gewünschten Abfahrtstermin selbst in Richtung ihres Reiseziels in Bewegung.

Eine Gepäckabholung ist bislang noch nicht geplant, könnte aber von den nunmehr selbstständigen ehemaligen Briefträgern der Post übernommen werden. Eine Verspätung wird vom Reiseveranstalter garantiert, so daß sich kein Kunde umgewöhnen muß. Auch eine große Bank, die nicht namentlich genannt werden möchte, will dabei sein.

Man wird in Kürze das lästige Geldgeschäft mit Kunden outsourcen und an eine bundesweite Schuhfachgeschäft-Kette abgeben. Schließlich gibt es mehr Schuhfachgeschäfte, als Bankfilialen dieser Bank. Andere Banken haben schon ihr Interesse bekundet. Wenn das so weitergeht, dann wird auch der Elchverleih outsourcen müssen.

Der Chef Åke Åkeström soll auch schon laut darüber nachgedacht haben, das Verleih-Geschäft an einen ortsbekannten Schreiner abzugeben, schließlich habe er besseres zu tun.