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Leidartikel
29.12.2009 11:52 Alter: 254 days
Kategorie: Leidartikel
Von: Åke de Tidlöptwechsson

Haben Sie es bemerkt?

Ist schon wieder vorbei. Das Jahr meine ich. Flutsch. Einfach so. Weg.


Ich will mich ja nicht wiederholen, obwohl, im Fernsehen wird ja auch andauernd alles wiederholt. Wie schrieb ich bereits im Januar:

Ach, so rennt es hin, das Jahr -
freun' wir uns auf Januar!

Wir haben ja für alles einen Gott. Für die Schwerkraft z.B. den Gott Newton. Sein Gottsein beweist er schon mit seinem Vornamen. Aber welcher Gott ist eigentlich für die Zeit verantwortlich? Die Griechen hatten es gut, die hatten χρόνος, den ollen Uhrenfetischisten. Aber wir?

Wen können wir dafür verantwortlich machen, daß er so elendig an der Uhr dreht? Das wußte ja bekanntlich nicht mal der Pink Panther zu beantworten. Die Römer konnten gekonnt auf den doppelgesichtigen Janus fluchen, der immerhin für den Anfang und das Ende zuständig war. Ob er sich auch um das Dazwischen gekümmert hat, kümmert uns kaum. Heute heißt es ständig: „Time is Money“. Ist nun also Plutos auch noch für die Zeit zuständig, bzw. dann doch der Herr Ackermann, als derzeitiger Gott des Geldes?

Das würde immerhin einiges erklären. Z.B. warum das Geld in meinem Portemonnaie (neudeutsch: Pottmohné) analog zur Zeit dahinschwindet, bzw. eben wie die sprichwörtlichen Sandkörnchen in der Hand oder halt im Stundenglas.

Wie es sich gehört, entwickeln sich schon die ersten Riten rund um den neuen Zeit-Geld-Gott. So hört man von ostfriesischen Ortschaften, in welchen man Sand in die Geldbörse (so, das blöde Franzenwort wäre damit gekonnt umschifft) streuseln, damit es nicht so schnell zerrinnt. Zum Aufhalten der Zeit verstopft man dort einfach den Auslaß der Sanduhren mit einem Korken.

Fortschrittlich, wie sie halt sind haben die Jünger dieses Gottes natürlich bereits einen neumodischen Kosenamen für ihr Idol: Akki, was allerdings in etwa wie "verdrachter Schietkroom, verdohlichter" ausgesprochen wird.

Die Stoßgebete hingegen gehen in etwa so:

Eiliger Sankt Ackermann,
Geh nich an mein Erspartes ran!
Und laß' uns auch die Zeit in Ruh,
Ein Riesenarschloch, das bist Du!
Wenn Du nicht machst, was wir verlangen,
Dann haun' wir Dir mal rote Wangen!
Was wir uns wünschen sprengt jeden Rahmen,
Uns doch egal und damit Amen!

Und so holpern die Friesen in ihrem einzigartigen Dialekt weiter und weiter, bis die Messe rum ist. Aber das geht dank Ackermann ja nun ganz schnell.

Sehnse, schon ist dieser Artikel zuende!


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