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Leidartikel
15.03.2010 09:59 Alter: 178 days
Kategorie: Leidartikel
Von: Åke Streetviewsson

Wohin mit den Schlaglöchern? Tipps für klamme Kommunen.

Sie vermehren sich bevorzugt im Winter: Schlaglöcher. Doch wohin mit den unzähligen Plagegeistern, wenn der Frühling naht. In Zeiten klammer Kassen sind neue Lösungen gefragt.


Der ostfriesische Tüftler Piet van de Straat will die Patentlösung dafür gefunden haben, um die Schlaglochplage kostenschonend loszuwerden. Also hat sich der Elchkurier kurzerhand aufgemacht und ihn in seiner friesischen Heimatstadt Pilsum besucht, um näheres zu erfahren.

Wir stehen vor einem kleinen, geduckten Friesenhäuschen und fassen uns an den Kopf. Die Beulen, die wir uns während der Holperfahrt zugelegt haben, sind mittlerweile recht ansehnlich geworden. Egal. Wir schauen uns um: nichts deutet darauf hin, daß hier ein Genie wohnen könnte. Egal. Wir gehen auf das Haus zu und klingeln.

An der Haustür empfängt uns ein verschmitzt dreinblickender, rotgesichtiger Quadratschädel mit einem zünftigen: »Moinmoin, wullt ji ook een?« Aber wir lehnen dankend ab, schließlich müssen wir noch trinken.

Drinnen, in der gemütlichen Friesenstube sitzen wir dann bei Tee und Rum und frischen Friesenmutzen und fragen uns, wann der sympathische kleine Mann uns nun endlich seinen Plan verraten wird, wie er die vielen Schlaglöcher denn nun beseitigen will.

»Nu man nich so fix, also nee, jümmers diese Jugend mit ihr sseine Hektik«, werden wir aus unseren Gedanken gerissen. »Nu nehmt sse man noch n schööinen Schluck vun de Friesengeist. Na loos! Nich lang schnacken...«

Der ehemalige Fachmann für Straßenbau schenkt uns nach und erläutert uns dann seinen genialen Plan. »Ssehn Ssie, die Kommunen ssünd ja nu chronisch pleite, dat weet wi ja. Aber mit mien Plan, da werden die diese Schlachlöcher in Nullkommanix los.« Der schrullige kleine Mann grinst breit.

Und dann legt er los. Man müsse ja nur, erläutert uns der durchtriebene Teilzeitrentner, alle Schlaglöcher einsammeln, verladen und beispielsweise dort hinbringen, wo Niedersachsen am dicksten sei –  »Oder sso«. An dieser Stelle macht der praktische Knollenfriese eine bedeutungsvolle Pause.

Nach einer Viertelstunde wecken wir ihn aber und er schenkt noch einmal nach. »Ja, und wie nun?«, wollen wir von ihm wissen. »Oder sso«, antwortet der findige Friese ausweichend. »Oder sso«. »Oder sso?« echoen wir betäubt. »Oder sso! Ihr Töffels, is doch klar!«, beharrt unser Gegenüber. »Und die Schlaglöcher?« »Ach ja, die Schlachlöcher, also die kippt man dann da ab und macht einen grrrroßen Baggersee draus. Sso geht das!« Und mit diesen Worten schiebt er uns sanft aber nachdrücklich zur Tür hinaus.


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