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Special Guest: Der Spaceman

Samstag 09. März 2013 Leidartikel, Der Spaceman zu Gast beim Elchkurier, Brmmpf (aka Politik)

Männerkrise in Niedersachsen

Vor kurzem fand ich mich genötigt, meinen Gewährsmann Spaceman Spiff (Ingalunda Nyheter) zu nötigen, mal wieder etwas für den Elchkurier beizutragen, und zwar mit diesen Worten: »...und übrigens: wenn Sie, also SIE da, nicht... weiterlesen

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Montag 02. März 2009 Der Spaceman zu Gast beim Elchkurier

Und der Franz bleibt doch Kaiser

Joa, joa so woan's die fränkischen Rittersleut'. Jedenfalls die hin und weg, auf oder zu Guttenberg. Jetzt sind wir schon nicht mehr Papst sondern nur peinlich - da haben wir auch schon keinen Kaiser mehr, sondern nur einen...

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Und der Franz bleibt doch Kaiser

Joa, joa so woan's die fränkischen Rittersleut'. Jedenfalls die hin und weg, auf oder zu Guttenberg. Jetzt sind wir schon nicht mehr Papst sondern nur peinlich - da haben wir auch schon keinen Kaiser mehr, sondern nur einen Wirtschaftsminister, der nichts vom Wirtschaften versteht, jedenfalls nichts vom mittelständischen.

 

Wilhelm heißt er übrigens auch nicht (http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/media/zapp3162.html), unser Karl-Theodor, und das ist ja nun wirklich nicht kaiserlich.

 

Da hilft nur eins, ganz schnell abdanken und heim nach Franken und die Spezlwirtschaft stärken, vor allem die ortsansässige. Denn so'n Weißbier oder zwei oder drei gönnen wir ihm doch von Herzen.


So ham wir dann doch unsern alten Kaiser Franz wieder, und dann geht's vielleicht auch wieder mit dem Fußball bergauf ...

meint der Spaceman

Und nächste Woche: Wer kriegt eigentlich die Abwrackprämie für den Mehdorn?

Von den Tschechen lernen, heißt Siegen lernen!?

Moin!

Heute schon an einer Studie teilgenommen? Sollten Sie tun, das hebt das Lebensgefühl ganz ungemein. Jedenfalls wenn das Ergebnis stimmt. Stimmt es nicht, führt es dagegen schnell zu Depressionen, wie unlängst alle Bildungspolitiker, Bildungsbeflissenen, Bildungsbürger sowie andere Gebildete und Eingebildete erfahren mussten. Allen voran Volksbildnerin von ministeriellen Ehren Röschen von der Leyen, die ja jetzt ganz staatstragend Ursula heißt (Erinnern Sie sich noch an unseren letzten Außenminister – den Joseph?) – aber das ist ein anderes Thema.

 

Also: Wir sind zwar Handball- und Exportweltmeister – und fußballerisch wenigstens Weltmeister der Herzen – sowie Reiseweltmeister und obendrein auch noch Papst. Aber Weltmeister im Kindererziehen sind wir nicht, und das reicht, um das erfolgsverwöhnte deutsche Volk bzw. seine sogenannten Repräsentanten in grimmigen Grübeleien versinken zu lassen. Schlagen wir unsere Kinder zu viel oder zu wenig? Sollten sie mehr Taschengeld bekommen, oder legen sie es dann doch nur in Koks an? Ist es an der Zeit, die Kinderarbeit wieder einzuführen, oder würde der eine oder andere Ausbildungsplatz mehr schon reichen?

 

Was hilft – das haben wir schon in der Vergangenheit erfahren – ist purer Aktionismus: Der Turm in Pisa steht noch immer schief, aber wir drehen dafür die Hälfte unserer Kinder in weniger Schulzeit durch die Mühle eines aufgeblähten Curriculums mit Kindergartenenglisch, Bläserklassen und wirtschaftskompatibilisierten Hauptfächern. Die andere Hälfte überlegen wir gleich ganz aufzugeben und wegzusperren, da sie weder Deutsch sprechen, noch eine Chance haben, die Arbeitsmarktreife zu erreichen, und nur den Bildungs- sowie Kriminalstatisken zur Last fallen. Dafür sollen selbstverwaltete Schulen jetzt die Last der Verantwortung von Politikern und Verwaltung nehmen – möglichst mit lean management und flachen Hierachien. Ob die Inhalte gleich mit verflacht werden sollen, lässt sich nicht sagen, würde aber auch nicht stören. Wären da nicht diese Studien!

 

Jetzt gibt es also wieder so eine, die da sagt: Deutschen Kindern geht es schlecht! So schlecht, dass es nur für den elften Platz in der Studie reicht, das ist der gefühlte vorletzte Platz im Universum!! Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Sofort muss sich jeder echte oder selbsternannte Bildungsexperte mit einem radikalen Notfallplan zu Wort melden. Vielleich können wir, während die selbsternannten Weltenretter durcheinanderreden, einen Blick auf die nüchternen Zahlen werfen: Deutschlands Kinder sind elfte von 21 getesteten Nationen. Das ist nicht optimal, es ist durchschnittlich. Durchschnittlicher geht schon gar nicht mehr – zehn sind besser, zehn sind schlechter. Wir gehören also offensichtlich nicht zum Bodensatz der Studie wie gewisse angelsächsische Länder (was im Land der Dichter und Denker nicht ganz unhämisch vermerkt worden sein dürfte). Darüber hinaus gibt es über 200 weitere nicht getestete Nationen auf der Welt. Haben wir Angst, dass es deren Kindern allen besser geht? Oder nur der Hälfte? Glauben wir das wirklich? Hätten die's verdient? Hätten wir's verdient?

Die eigentliche Quintessenz dieser Studie lautet also: Es gibt ungefähr zehn bis 15 Staaten dieser Erde, die ihren Kindern etwas bessere Chancen einräumen als die Deutschen. Recht suspekte darunter, in denen man beispielsweise den Mund aufmachen darf – nicht nur um zu sagen was man denkt, sondern auch um weiche Drogen hineinzustecken – oder quasikommunistische, die ihre Bevölkerung seit Urzeiten mit hohen Steuern knechten. Aber nicht wirklich viele! Und natürlich die Tschechen!

 

Dies scheint der wahre Grund der Hysterie: Es gibt da so Lebensstandarderschleicher, mit denen niemand gerechnet hat. Warum (und wie) können die es besser machen als wir, wo wir und alle unsere Experten doch die Weisheit mit Löffeln gefressen haben. Das schreit nach Rache und zwar sofort! Wäre doch gelacht, wenn wir Tschechien&Söhne nicht in die Knie zwingen könnten (s. 1938 – und Schweden und Holländer gleich dazu). Durchorganisiert, automatisiert und reglementiert natürlich – mit mehr Frühchinesisch und Zentralabitur nach der neunten Klasse ... und mehr Kindergeld für Eltern, die per implantiertem RFID-Chip nachweisen können, dass sie ihrem Kind drei Stunden täglich näher sind als der Fernseher!

 

Vielleicht aber sind die Tschechen nur etwas gelassener – im Umgang mit Studien wie im Umgang mit Kindern. Auch das soll die Lebensqualität erhöhen ...