gegründet 1.4.2001
erscheint unregelmäßig

 

Das Leben an sich ist schön eigentlich!

... und der Gernot an sich hat Durst eigentlich.

Die neue CD sollte bereits am 14.7. 2007 unters Volk gebracht werden, aber das Presswerk spielte nicht mit und so stellte die Brennholz Bluesband kurzerhand im zweiten Teil des Abend die gesamte Platte vor. Die Band kommt wie gewohnt bluesig und mächtig rockig daher und hat keine ihrer Ecken und Kanten verloren - und das macht einen großen Teil ihres Charmes aus.

Neben der gewohnten Mischung findet sich auch ungewöhnliches - beispielsweise das erste Bluesrock-Chanson, das ich je gehört habe: "Das Leben an sich..."

Und: "Von Deiner Sorte" - das will ich als Soundtrack zum nächsten Kiel-Tatort hören! In dieser Musik steckt auf eine nicht erklärbare Weise viel Kiel, viel Meer und überhaupt viel Norddeutschland.

Ich jedenfalls bin gespannt auf die neue CD! Und vielleicht gibt's ja als Bonus-Track: "Ene mene Mopel", am liebsten in einer Live-Aufnahme!

Mein neuer Wahlspruch ist neben obigem Lied-Zitat neuerdings übrigens: Ein Bier für den Saxofonisten und eins für den Chronisten!

Ach, und wo wir gerade dabei sind: Das Lutterbeker hat leider überhaupt nicht gepunktet: eineinhalb Stunden haben wir auf unser Essen (kleiner Salat) gewartet und kurz bevor die BB dann anfing, kam es dann endlich...

Kiel lebt - oder: ich bin zwei Bluesbands (6.1.2006)

Es gibt Phänomene, die widersetzen sich jedem Trend, jedem Zeitgeist und jeder Schublade. Und besonders gut scheinen diese Phänomene im Norden zu gedeihen.

Das zeigt sich immer wieder an der lokalen Kieler Musikszene und die Brennholz Bluesband ist ein schönes Beispiel dafür.

Am 6. Januar 2006 durfte ich die Jungs im Kieler Kulturviertel live erleben und bekam einen furiosen Mix geboten: Blues, Akapella-Einstreusel ("Es ist im Bus kalt"), knallharter siebziger Jahre Deutschrock - und zwar der gute, der VOR der Neuen Deutschen Welle; ich meine: nix gegen gute NDW, aber die wurde ja viel zu schnell kommerzialisiert.

Außerdem klang immer mal wieder etwas punkiges heraus, etwas, das an die Ärzte in ihren guten Tagen erinnerte.

Das gesittete Kieler Kulturviertelpublikum saß artig an Tischen, auch einige Eltern mit ihrem blutjungen Bluesnachwuchs, und wurde sogleich passend mit: "Rock'n'Roll is for Rebels, not for family entertainment!" begrüßt. Die Kleinen hat's aber nicht gestört und wenn denn auf diese Weise etwas für den korrekten Musikgeschmack des Nachwuchses getan wird, dann solls recht sein.

Obwohl wir ganz vorne saßen, oder vielleicht auch gerade drum, war von den Texten nicht viel zu verstehen, was aber mehr der Anlage im Kulturviertel zuzuschreiben ist - die ist für gute Live-Auftritte offensichtlich vollkommen ungeeignet.

Im Hintergrund präsentierte man zur allgemeinen Volksbelustigung eine Slideshow mit IrfanView, die immer das passende Bild zum jeweiligen Song anzeigte, naja fast. Denn das Timing lag irgendwie haarscharf daneben. So daß immer mal einer eingreifen mußte.

Ist ja auch so eine Sache mit der Livemusik und dem Timing. Aber der gute Wille zählt und außerdem zeigt sich dadurch doch nur, daß auch eine alteingesessene Bluesband mit der Zeit geht. Und uns ermöglichte es gelegentlich die Orientierung, was da eigentlich gerade gespielt wird.

So manches Mal zuckte es auch kräftig in den Beinen, aber da man doch gesittet vor einem Weizenbier saß, unterblieb auch das Tanzen.

Und solchermaßen gut gelaunt erwarb ich dann artig eine CD mit dem schönen Namen "Was die Fische wohl denken...".

Und nun tu ich mich doch tatsächlich schwer, diese Scheibe zu bewerten. Böses ahnend hatte ich noch gefragt, ob es sich um eine Live-Aufnahme handelt. Aber es ist eine Studio-CD. Beim ersten Hören war ich seltsam enttäuscht. Alles solid gemacht, geradezu aufgeräumt und sauber. Das beigelegte Textbuch wäre noch nicht mal nötig gewesen, weil alles sehr gut zu verstehen ist. Aber irgendwie klingt die CD, als gäbe es zwei Brennholz Bluesbands in Kiel.

Vielleicht ist es einfach ein typisches Phänomen für gute Livebands, die sich dann ins Studio begeben. Es klingt alles sehr ordentlich, aufgeräumt geradezu (ich wiederhole mich, aber im Fernsehen wird ja auch immer alles wiederholt), doch es fehlt halt das Element, was einem beim Livehören die Beine zucken läßt. Das Tempo auf der CD ist gemächlicher - oder fühlt sich möglicherweis auch nur so langsam an. Aber wo beispielsweise "Cutting heads" live so richtig abgeht (geiles Drumsolo, lieber Fridolin, lange nicht mehr so was gutes gehört!), da fühl ich mich befremdet ob der Studioaufnahme.

Und andererseits: wenn man die Platte ein paar Mal auf und ab gehört hat, dann schleichen sich doch einige Ohrwürmer ein.

Ach, ich freu mich aber doch lieber schon mal schon auf den nächsten Liveauftritt der Brennholz Bluesband.

Und hier gibt's mehr Infos: www.brennholzbluesband.de