gegründet 1.4.2001
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Kultur, Huldigung, Leidartikel23.05.12

Der Elchkurier lobt, preist und verneigt sich tief: Dieter Hildebrandt zum 85.

Es gibt ja nicht viele Menschen, denen es gelingt, über sechzig Jahre auf der Bühne zu stehen und heute dabei nicht lächerlich zu wirken, wie die Dauermumie Jopi Heesters. Sondern frisch und wach und scharfzüngig wie immer.

Vor ca. einer handvoll Jahren, also als er in etwa seinen Achzigsten feierte, durfte ich Dieter Hildebrandt im Kieler Schloß erleben. Damals wie heute beeindruckt die unglaubliche Präsenz dieses wachen und schnellen Geistes.

Dieter Hildebrandt hat mich seit früher Jugend begleitet. So richtig bewußt habe ich ihn zuerst wohl in den Notizen aus der Provinz erlebt - ich würde mal sagen, da wurden wichtige Grundsteine bei mir gelegt. Daß der Mann zu dieser Zeit schon auf eine beträchtliche Kabarett-und Satirekariere zurückblicken konnte, wußte ich natürlich nicht, da wir Kurzen die Übertragungen der Münchner Lach- und Schießgesellschaft da noch nicht kucken durften, wg. zu spät, nicht wg. zu hoch!

Im Moment wimmelt es ja im Fernseh von Lobhudelungen, was durchaus zu begrüßen wäre, handelte es sich nicht ständig und beständig um die gleichen abgenudelten Szenen. Ich würde mich freuen, wenn irgendein Sender (der BR ist da ja zunehmend freundlicher geworden, was den Herrn Hildebrandt angeht) sich mal die Mühe machen würde, etwas längere und etwas verschollenere Programmauszüge zu senden.

Aber so ist das Fernseh nun mal. Nur die immer gleiche aufgekochte Konservensoße.

Nun ja, es sei wie es sei, der Elchkurier erteilt trotzdem den Kuckbefehl, gratuliert von Herzen und wünscht, daß der Herr Hildebrandt noch möglichst lange so frisch bleibt und auch noch möglichst lange nicht ins Off verschwinden möge!


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