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Kultur, Musik, Aus aller Welt03.05.09Von: Åke Partysson

Party-Hauptstadt Kiel

Daß die Kieler vergnügungssüchtig sind, ist so klar, wie die Tatsache, daß es nachts dunkel ist.

Das Landeshauptdorf im hohen Norden ist nämlich gar nicht so dröge, wie oft gemunkelt wird. Schon die Kieler Woche und das Duckstein-Festival zeigen, daß es hier ziemlich abgeht.

Doch die offiziellen Partys reichen den Eingeborenen nicht aus und so sind sie jederzeit zu spontanen Zusammenrottungen bereit. Wir erinnern uns: die erste Spontanparty im November 1918 war legendär turbulent und ist bis heute unvergessen.

Mittlerweile geht es zwar immer noch sehr wild zu, dabei aber auch hochgradig friedlich. Selbst Anti-Nazi-Demos werden zum fröhlichen Party-Event, während die braune Schar verbissen im kleinen Karee maschieren muß. Und anläßlich eines Freiluft-Konzertes von Genesis in den 90ern zeigte die Masse, die aus Platzgründen nicht auf das Nordmarksportfeld gelassen wurde nach kürzester Zeit keinerlei Interesse mehr daran, hineinzukommen: es war draußen viel lustiger.

Den aktuelle Höhepunkt des Spontanfeierns markiert der 19. April, als ein ganzes Haus im Westring 242 und später auch auf der Straße eine WG-Party beging. Denn ein klitzekleiner Aufruf im Web bewirkte, daß ca. 500 freiwillige Feierwillige sich vor dem Haus versammelten und es sich dort nett machten, als niemand mehr ins Haus paßte, bis schließlich die Polizei kam und den Westring absperrte. Typisch für Kiel: es gab keine Schlägerei, keine Randale und soweit berichtet wird viel gute Musik und gute Laune.

Und wer es genauer wissen will: hier unten den Links folgen oder bei Youtube einfach mal nach Westring 242 suchen...


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