gegründet 1.4.2001
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Lob & Hudel, Kultur, Leidartikel08.01.11Von: Åke Åkeström

Und schwupps, wandert der Göttinger Elch schon wieder herum, diesmal in den Süden!

Preisträger 2011: Josef Hader Foto: © Lukas Beck

Preisträger 2011: Josef Hader Foto: © Lukas Beck

Der Göttinger Elch 2011 geht an den österreichischen Schauspieler und Kabarettisten Josef Hader.

Und zwar am bereits am 5. März, weil's halt pressiert.

Und außerdem hochverdient und sowieso, denn wer so eine Großmutter hatte, die einem auf den blauen Briefen die Unterschrift der Eltern fälschte, aus dem kann ja nur was g'scheits werden!

Und für alle, die es immer noch nicht wissen: Der Göttinger Elch wird  jährlich  für ein satirisches Gesamtwerk vergeben und ist mit 3.333 Euro, einer silbernen Elchbrosche und 99 Dosen „Original Göttinger Elch-Rahmsüppchen“ dotiert.

Aus alter Tradition zitiere ich nun ausführlich aus der Pressemitteilung:

»Mit Josef Hader wird erstmals ein österreichischer Künstler mit dem GÖTTINGER ELCH geehrt und zum zweiten Mal, nach dem Schweizer Emil Steinberger (2004), ein Kabarettist und Schauspieler aus dem deutschsprachigen Ausland.

„Josef Hader steht im deutschsprachigen Kabarett einzigartig da", heißt es in der Begründung der Jury. „Kein anderer versteht es wie er, auf der Kleinkunstbühne Kopf und Herz anzusprechen, Komik und Melancholie zu mischen, zwischen Erschauern und Verlachen zu wechseln. Dabei hat er einen ganz persönlichen Stil entwickelt, der sich dem Theater annähert und vom politischen Nummernkabarett meilenweit entfernt ist. Statt sich mit Tagesaktualitäten abzugeben", so die Jury mit Blick besonders auf sein aktuelles Programm „Hader muss weg", „führt Hader auf der Bühne in wechselnden Rollen ebenso komisch wie abgründig die zerbröselnde Gesellschaft vor, ohne sich selbst und das Publikum von seiner bitterbösen und doch zugleich befreienden Kritik auszunehmen. Nicht Besserwisserei, nicht Belehrung, nicht platte Schwarz-Weiß-Malerei über die Guten hier und die Bösewichter auf der anderen Seite ist Haders Sache: sondern die ironische Brechung von liebgewordenen Gewissheiten, der Zweifel am scheinbar Selbstverständlichen, die komische Verzweiflung an der Welt und am Menschen. Josef Hader bringt zum Ausdruck, was intelligente Leute von unserer Gegenwart halten." [...]

Der GÖTTINGER ELCH will den guten Ruf der komischen Künste festigen und das Ansehen der in Wort und Bild tätigen Satiriker im deutschen Sprachraum mehren.«

Das Festigen und das Mehren, das ist dem GÖTTINGER ELCH mal wieder aufs Beste gelungen!


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